
1. Warum hast du die Schirmherrschaft für das 4. FEMALE INVESTORS’ DINNER übernommen?
Ich habe die Schirmherrschaft für das FEMALE INVESTORS’ DINNER gern übernommen, weil es genau das verbindet, was heute entscheidend ist: Kapital, Netzwerk und Haltung. Aus meiner eigenen unternehmerischen Erfahrung weiß ich, wie stark Zugänge zu Finanzierung und Vertrauen über Erfolg entscheiden. Gerade für Gründerinnen sind diese Zugänge oft noch strukturell eingeschränkt.
Das Dinner schafft einen Raum, in dem Investor*innen und Gründerinnen auf Augenhöhe zusammenkommen – nicht als Symbol, sondern als wirksame Plattform für Austausch und konkrete Chancen. Formate wie dieses setzen wichtige Impulse, weil sie nicht nur über Veränderung sprechen, sondern sie aktiv ermöglichen.
2. Du engagierst dich u.a. für Female Leadership, internationale Netzwerke und unternehmerischen Austausch. Der Anteil an Gründerinnen in Deutschland hat sich in den letzten Jahren um die 20%-Marke herum etabliert. Eine ausbaufähige Zahl, oder?
Der Anteil von rund 20% Gründerinnen in Deutschland zeigt, dass wir Fortschritte machen – aber auch, dass noch viel Potenzial ungenutzt bleibt. Zahlreiche Studien belegen, dass gemischt geführte Start-ups oft nachhaltiger wirtschaften, risikobewusster agieren und langfristig erfolgreicher sind.
Dennoch haben Gründerinnen im Schnitt geringeren Zugang zu Kapital, Netzwerken und Sichtbarkeit. Das liegt weniger an fehlender Kompetenz als an gewachsenen Strukturen und Wahrnehmungsmustern. Auf der einen Seite müssen wir Frauen das Unternehmerin-Sein wollen, und auf der anderen Seite, wenn wir Innovation ernst nehmen, können wir es uns nicht leisten, auf diese Perspektiven zu verzichten. Es geht daher nicht um Förderung im klassischen Sinne, sondern um eine Kultur, die unternehmerisches Handeln von Frauen selbstverständlich mitdenkt.
3. Mit deiner internationalen Erfahrung: Von welchen Ländern können wir uns etwas abschauen, was die Quote weiblicher Gründerinnen betrifft? Sind Frauen andernorts mutiger oder werden sie mehr von der Politik unterstützt?
International sehen wir unterschiedliche Ansätze, von denen Deutschland lernen kann. In den USA, China und Korea ist die Gründungskultur insgesamt ausgeprägter – mit stärkerer Risikobereitschaft und einem offeneren Umgang mit Scheitern. In Ländern wie Israel oder auch im asiatischen Raum wird Unternehmertum früh gefördert und enger mit Technologie und Bildung verzahnt.
Gleichzeitig zeigen skandinavische Länder, wie wichtig politische Rahmenbedingungen sind: bessere Vereinbarkeit und ein gesellschaftliches Selbstverständnis von Gleichberechtigung. Es geht also auch darum, welche Strukturen Frauen dazu ermutigen.
Dort, wo Netzwerke, Kapital und gesellschaftliche Akzeptanz zusammenkommen, steigt auch der Anteil weiblicher Gründerinnen. Genau daran müssen wir arbeiten – systemisch, nicht punktuell.
