
Berlin, den 12. Mai 2026
Heute Vormittag wurden die Studienergebnisse der 23. Ausgabe des Medienbarometers veröffentlicht. 205 Unternehmen bzw. Personen aus der Berliner und Brandenburger Medien-, Kreativ- und Digitalwirtschaft haben an der repräsentativen Umfrage teilgenommen, die zwischen dem 03. Februar und 02. März 2026 durchgeführt wurde. Das Thema der Studie lautete: „Innovations- und Resilienzfaktoren für Unternehmen und Startups der Medien-, Kreativ- und Digitalwirtschaft“.
Das Medienbarometer 2026 zeigt eine Branche im Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichem Druck und tiefgreifender Transformation. Verhaltene Geschäftserwartungen und rückläufige Beschäftigung treffen auf steigende Anforderungen an Technologie, Innovation und Resilienzfähigkeit. Die wichtigsten Forderungen, deren Umsetzung als zentrale Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen gesehen wird, lauten:
- Mehr Zugänge zu Finanzierung und Förderung, gerade im Hinblick auf KI, Digitalisierung und technologische Entwicklung
- Abbau von bürokratischen Hürden, z.B. bei Förderanträgen oder der Integration von internationalen Arbeits- und Fachkräften
- Verlässliche wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen
- Verfügbarkeit von bezahlbarem Wohnraum für Mitarbeitende
- Unterstützung von starken Netzwerken und Innovationsökosystemen
Laut dem im März 2026 veröffentlichten „Kreativ- und Digitalwirtschaftsbericht Berlin 2025 “ der Senatswirtschaftsverwaltung besteht die Berliner Kreativ – und Digitalwirtschaft aus rund 43.800 Unternehmen mit etwa 245.000 sozial versicherungspflichtig Beschäftigten. Erwirtschaftet wurden 2024 ca. 56,4 Milliarden Euro Umsatz, was rund 15 Prozent des Gesamtumsatzes der Berliner Wirtschaft entspricht. Die Branchen gehören also zu den wichtigsten Wirtschafts- und Innovationstreibern in der Hauptstadt.

Die Ergebnisse der Studie wurden von Juliane Müller, Geschäftsführerin des durchführenden Instituts Goldmedia, den rund 50 anwesenden Wirtschafts-, Politik- und Pressevertreter*innen präsentiert. Claus Pretzell, Volkswirt bei der Investitionsbank Berlin, beleuchtete in einem Impulsvortrag die derzeitigen wirtschaftlichen Herausforderungen und Potenziale der Unternehmen in der Hauptstadtregion. Anschließend wurden die Zahlen und Fakten aus dem Medienbarometer von Jeannine Koch, Vorstandsvorsitzende und Geschäftsführerin des medianet berlinbrandenburg e.V. und Herausgeberin der Studie, Helge Jürgens, Geschäftsführer der New-Media-Förderung beim Medienboard Berlin-Brandenburg, und Claudia Große-Leege, Lead Unternehmens_forum beim KreativBund, eingeordnet. Moderiert wurde die Veranstaltung von Alexander Fuchs, Public Relations & Political Affairs Manager bei medianet.
Das vollständige Medienbarometer 2026 mit allen Zahlen, Fakten und Grafiken sowie Informationen zum aktuellen Geschäftsklimaindex finden Sie ab sofort hier zum Download.
Jeannine Koch, Vorstandsvorsitzende & Geschäftsführerin, medianet berlinbrandenburg e.V.:
„Die Unternehmen der Creative-Technologies -Wirtschaft in der Hauptstadtregion stehen unverändert vor großen Herausforderungen. Der Geschäftsklimaindex bei der Bewertung der aktuellen Geschäftslage hat sich merklich verschlechtert – er signalisiert, dass sich die bereits im Vorjahr spürbare verhaltene Stimmung fortsetzt. Die Studienergebnisse verdeutlichen, wie stark wirtschaftliche und gesellschaftliche Unsicherheiten sowie strukturelle und technologische Veränderungen die Branchen prägen. 64% bzw. 60% der Teilnehmenden geben an, dass ein Zugang zu Finanzierungen & Förderung sowie der zügige Abbau von bürokratischen Hürden entlastend wirken könnten. Stichwort Bürokratie: In diesem Zusammenhang sollte auch die von den Berliner Regierungsparteien geplante Ausbildungsplatzabgabe dringend überdacht werden. Darüber hinaus prognostizieren mehr als vier von fünf Unternehmen (82%), dass die Kompetenzanforderungen für die Anwendung von KI in Arbeits- und Produktionsprozesse weiter steigen werden. Jedes zweite Unternehmen hält daher Förderanreize für Digitalisierung und technologische Entwicklung für sehr relevant. Eine gezielte KI-Förderung auf Landesebene könnte es den Unternehmen bspw. ermöglichen, Mitarbeitende für die veränderten Arbeitsprozesse zu schulen und Transformation zu beschleunigen. Die Creative-Tech-Wirtschaft ist für ihre Kreativität und Innovationsfähigkeit bekannt, jedoch sind strukturell unterstützende Maßnahmen zur Bewältigung der aktuellen Herausforderungen unabdingbar.“
Helge Jürgens, Geschäftsführer New-Media-Förderung, Medienboard Berlin-Brandenburg :
„Die durch die globalen Konflikte anhaltende wirtschaftliche Stagnation in Deutschland beeinflusst auch die regionale Medienwirtschaft. Parallel dazu ist die audiovisuelle Branche durch KI und technologiegetriebene Innovationen in einer Phase von tiefgreifender Transformation. Diese allgemeine Verunsicherung der Märkte spiegelt sich in den Ergebnissen des Medienbarometers wider. Kostensteigerungen und Rückgänge auf der Umsatzseite treffen besonders kleinere Unternehmen, die mit der Anpassung und den Investitionen in neuen Technologien zu kämpfen haben. Insgesamt macht das Medienbarometer deutlich: Innovation und Resilienz sind keine optionalen Zukunftsthemen, sondern zentrale Voraussetzungen, um die Transformationsphase der Branchen wirtschaftlich zu bewältigen. Da die veränderten Marktbedingungen von internationalen Einflüssen geprägt sind, hängt die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts stark von der wirtschaftlichen Stabilisierung und der Geschwindigkeit des Wandels ab. Gemeinsam mit den Ländern wollen wir den Change Prozess der Audiovisual Creative Industries – von Games bis Film – mit unseren Fördermöglichkeiten zukunftsfähig unterstützen!“
Dr. Hinrich Holm, Vorsitzender des Vorstands und CEO, Investitionsbank Berlin:
„Die Ergebnisse des Medienbarometers fallen ernüchternd aus, zum zweiten Mal in Folge. Die Stimmung in den Medienunternehmen ist nach wie vor auf einem Tiefstand. Gleichzeitig gibt es ein positives Signal: Die Geschäftserwartungen haben sich auf Vorjahresniveau gefestigt. Vor allem aber gilt, dass die Branche mit dem breiten Roll-out von KI-Instrumenten jetzt die Chance hat, den Wandel aktiv zu gestalten. Sinnvoll implementiert kann KI Fachkräfte entlasten, Kosten reduzieren und die Produktivität deutlich steigern.“
Ulrich Scheppan, Vorsitzender des Vorstands, Investitionsbank des Landes Brandenburg:
„Die Medienunternehmen Berlin-Brandenburgs befinden sich weiter in der Phase der Konsolidierung – wie die Branche weltweit. Entsprechend unzufrieden werden auch dieses Jahr der Status quo und die Aussichten bewertet. Doch Medienunternehmen sind seit jeher resilient und anpassungsfähig – Kompetenzen in den Teams werden neu gewichtet, der KI im Produktions- und Auswertungsprozess eine größer werdende Rolle zugewiesen. Wir sind überzeugt – diese Phase der Transformation wird unseren Unternehmen gelingen. Und wir werden als Finanzierungspartner und Ratgeber dabei eng an ihrer Seite stehen.“
Pressekontakt:
Alexander Fuchs
Public Relations & Political Affairs Manager
medianet berlinbrandenburg e.V.
Neuköllnische Allee 80
12057 Berlin
T. +49 30 2462 85 -716
fuchs@medianet-bb.de
Über das Medienbarometer:
Das Medienbarometer beleuchtet die Stimmung und die wirtschaftliche Entwicklung einzelner Teilbranchen des Clusters IKT, Medien, Kreativwirtschaft in der Hauptstadtregion. Seit 2004 nimmt die Befragung die aktuellen Einschätzungen sowie die Zukunftsaussichten der Berliner und Brandenburger Unternehmen aus der Medien-, Kreativ- und Digitalwirtschaft in den Blick. Das Medienbarometer trägt damit dazu bei, die Entwicklungen in den Branchen jährlich zu verfolgen und über einen Zeitraum abzubilden. Es erlaubt Dynamiken und Trends aufzuspüren, die Standortarbeit zu evaluieren und Standortaktivitäten abzuleiten.
Das Medienbarometer ist eine Initiative des medianet berlinbrandenburg e.V. Die aktuelle Befragung wird sowohl vom Medienboard Berlin-Brandenburg als Förderer als auch von der Investitionsbank Berlin (IBB) und der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) als Partner unterstützt. Mit der Durchführung wurde die unabhängige Beratungs- und Forschungsgruppe Goldmedia beauftragt.
